»Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.« (Galater 6,2)
Jeder Mensch hat Lasten zu tragen. Manche sind sichtbar: Krankheit, Trauer, Sorgen um die Familie oder finanzielle Nöte. Andere bleiben verborgen: Einsamkeit, Ängste, Enttäuschungen oder Zweifel. Oft versuchen wir, unsere Lasten allein zu tragen. Doch Paulus erinnert die Gemeinde daran, dass Gott uns nicht als Einzelkämpfer geschaffen hat.
»Einer trage des andern Last« – das bedeutet nicht, dass wir die Probleme anderer vollständig lösen können. Aber wir können ein Stück des Weges mitgehen. Ein offenes Ohr, ein ermutigendes Wort, ein Besuch, eine helfende Hand oder ein Gebet können für einen Menschen zu einer großen Entlastung werden.
Jesus selbst hat uns gezeigt, was es bedeutet, die Lasten anderer zu tragen. Er hat sich den Menschen zugewandt, die ausgegrenzt, krank oder verzweifelt waren. Er hat ihre Sorgen ernst genommen und ihnen Gottes Liebe zugesprochen. Schließlich hat er sogar die Last der Schuld der ganzen Welt auf sich genommen.
Wenn Paulus vom Gesetz Christi spricht, meint er das Gebot der Liebe. Wo Menschen füreinander da sind, wird diese Liebe sichtbar. Dort entsteht Gemeinschaft, die trägt. Niemand muss alles allein schaffen.
Vielleicht kennen ihr jemanden, der gerade eine schwere Last trägt. Vielleicht bis du selbst auf Hilfe angewiesen. Beides gehört zum Leben in der Gemeinde. Wir dürfen geben und empfangen. So wird die Liebe Christi unter uns lebendig.
Möge Gott uns offene Augen schenken für die Menschen neben uns und ein Herz, das bereit ist, Lasten mitzutragen.
G. Sch.